Leider haben wir das viel zu selten „auf dem Schirm". Gehetzt zwischen Projekten, Aufgaben und Terminen organisieren und koordinieren wir unser Leben. Alles muss funktionieren – schnell, oft eilig und vor allem reibungslos. Auch wir selbst.
„Kurz mal durchatmen", „eben mal an die frische Luft" – die Sätze kennt ihr sicher auch. Sehr gerne mit der Betonung, dass es möglichst wenig Zeit in Anspruch nimmt, um danach noch mehr in den Tag zu packen.
Dabei ist das Wissen um die Macht des Atems uralt. In vielen Sprachen sind Atem, Geist und Leben sprachlich identisch:
- Griechisch: Pneuma – Atem, Geist
- Latein: Spiritus – Atem, Geist
- Sanskrit: Prana – Lebensenergie, Atem
Der erste Atemzug beginnt unser Leben. Der letzte beendet es. Dazwischen geschieht etwas Faszinierendes:
Tun wir es bewusst, öffnet sich eine neue Welt. Denn mit aktiver Atmung können wir nicht nur Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem nehmen, sondern viel tiefer wirken.
Doch bevor wir wieder höher, schneller, weiter machen – nimm dir etwas mehr als nur „kurz" Zeit. Ein paar Minuten dürfen es gerne sein.
Geht übrigens auch im Meeting: Augen auf. Mund zu. Atmen. Ruhig und gelassen. Die bewusste Nasenatmung hat als „Cherry on the cake" einen enormen zwischenmenschlichen Faktor: Sie hilft sehr beim Zuhören.
Statt schneller bitte langsamer – weniger oft, dafür länger. Genieße deinen Atem. Dein Nervensystem wird es dir ganz sicher danken.
Ich übe übrigens auch noch. Also wenn mein Mund mal wieder nicht stillhalten kann, erinnere mich gerne an die wunderbare Wirkung der langsamen und tiefen Atmung – mit geschlossenem Mund und offener Nase.
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